50 Dollar für eine Licence to Kill

Wie der Lionfish nach Honduras kam, weiß keiner. Aber alle sind sich einig: Der Lionfish soll weg. Sogar eine Naturschutzorganisation ruft dazu auf, ihn auszurotten.

El Pez León lebt eigentlich im Indo-Pazifik, tausende Kilometer entfernt. Aber seit ein paar Jahren breitet er sich ziemlich schnell in der Karibik aus. Das könnte 1992 begonnen haben, so wird spekuliert, als ein Hurricane Florida traf und Exemplare des Lionfish aus einem Aquarium ins Meer gelangten. Seitdem frisst das Viech alles weg, was ihm vors Maul schwimmt. Die Leute vom Roatán Marine Park sehen in ihm eine Bedrohung für das ganze Ökosystem und ließen sich lauter Dinge einfallen, um dem Lionfish den Garaus zu machen. Die schlaueste Idee war es, Touristen dafür einzuspannen. 

Denen verkaufen sie einen Jagdschein – für 50 Dollar. Zu der Plastikkarte mit Foto gibt es einen Speer und einen Workshop, in dem man lernt, wie man den Lionfish fachgerecht ums Leben bringt. Wer am meisten Exemplare tötet, gewinnt einen Preis. Und dann gibt es noch ein Lionfish-Kochbuch und einen Lionfish-Kochwettbewerb. Angeblich soll das Tier eine Delikatesse sein. Auf den Speisekarten der hiesigen Restaurants wird aber immer nur mit Lobster geworben.

Nicht nur den Touristen soll der Lionfish schmackhaft gemacht werden. Südlich von Roatán wird er auch an Haie verfüttert. Es geht auf der Insel zudem die Geschichte um, dass andere Fische wie Snapper und Grouper den jagenden Tauchern behilflich seien. Sie würden sie auf Lionfish aufmerksam machen, der sich zwischen den Korallen versteckt, und erwarteten als Gegenleistung ein Stück der Beute. Ich hätte das gerne geprüft, aber es sollte anders kommen.