Es fährt ein Bus nach Nirgendwo

Panama City Skyline

Panama City ist das wichtigste Finanz- und Handelszentrum in Mittelamerika

Panamá City ist wahrscheinlich die einzige echte Metropole in Mittelamerika. Aber warum macht sie es ihren Besuchern so schwer, sich durch die Stadt zu bewegen? Von bizarren Verhandlungen mit Taxifahrern und der Suche nach einem Busnetzplan, den man einfach nicht zu fassen kriegt.

Busfahren ist in Panamá City unglaublich günstig. Ein Ticket für die modernen Metrobusse kostet gerade einmal 25 Cent. Wir machten uns also auf die Suche nach einem Netzplan, der uns zeigen sollte, welcher Bus wohin fährt.

Wir liefen eine halbe Stunde durch den zentralen Busterminal, ließen uns von einem Uniformierten zum nächsten weisen. Keiner wusste was. Schließlich stellten wir uns doch in die lange Schlange an einem Fahrkartenschalter. Aber als wir an der Reihe waren und nach einem Netzplan fragten, schüttelte die Dame milde den Kopf. So etwas habe sie nicht.

Promenade in Panamas Altstadt

Wir gaben noch nicht auf, suchten weiter und gelangten an einen Informationsstand der Verkehrsgesellschaft über die neue U-Bahn. Die soll irgendwann im nächsten Jahr eröffnet werden. 16 Stationen, 1,5 Milliarden Dollar Baukosten, ein Großprojekt. Man drückte uns ein Informationsblatt in die Hand. In dem stand aber bloß, wie man sich in einer U-Bahn zu verhalten habe. Einen Busfahrplan? Den gäbe es nicht.

Dafür gibt es noch eine andere Buslinie, die Ruta 2. Sie wird mit alten, ausrangierten amerikanischen Schulbussen befahren, die hier diablos rojos heißen. Rote Teufel. Das trifft! Drinnen hat man das Gefühl, in einer fahrenden Disko unterwegs zu sein, so laut dröhnt die Techno-Musik. Aber diese Busse, die man einfach vom Straßenrand heranwinken kann, sind praktisch. Wenn man nicht gerade in der Rush Hour unterwegs ist. Einmal warteten wir zwanzig Minuten an einer Haltestelle, zusammen mit anderen Möchtegern-Fahrgästen. Jedes Mal, wenn ein Bus in Sicht kam, winkten wir wie Ertrinkende. Aber die Busse waren voll und rauschten einfach an uns vorbei.

Wir beschlossen also, fortan mit dem Taxi zu fahren. Auch das war nicht gerade einfach. Angeblich gibt es offizielle Fahrpreise, aber so eine Tabelle haben wir nie zu Gesicht bekommen. Der Fahrpreis ist vielmehr Verhandlungssache. Und diese Verhandlungen können in Panamá City manchmal ganz schon merkwürdig verlaufen. Ich werde nicht behaupten, das System der Preisbildung durchschaut zu haben.

Panama City

Um den Dauerstau in den Griff zu bekommen, wird eine neue Straße durch den Golf von Panama gebaut

Wir standen am Ende des Causeway, einem Damm mit einer Straße und Palmen, der ein paar Kilometer in den Pazifik ragt, und wollten zurück in unser Hostel. Eine Fahrt, die bei dem dichten Verkehr zu dieser Stunde etwa 45 Minuten dauern würde. Ich winkte ein Taxi heran und fragte nach dem Preis. Der Fahrer, ein Schwarzer, wirkte gelangweilt und fragte zurück, was wir denn zahlen wollten. Acht Dollar. Seine Miene versteinerte. Dann setzte er ein beleidigtes Gesicht auf, fuhr ohne Warnung die Fensterscheibe hoch, so dass ich schnell meine Finger zurückziehen musste, und brauste davon. Dieser Preis, das sollte das wohl heißen, sei für eine Strecke von dieser Länge völlig indiskutabel.

An Taxis war hier auf dem Causeway aber kein Mangel. Eine Minute später winkte ich das nächste heran und fragte nach dem Preis. Acht Dollar, sagte der Fahrer. Wir stiegen ein.

1 Comment

  1. Hefina

    This must have been such a learning curve wow