Im Chicken Bus nach San Salvador

Manchmal ist Mittelamerika zum Verzweifeln. Etwas zu organisieren, kann hier sehr kompliziert sein. Viel komplizierter, als es nötig wäre. Eine Busreise von Nicaragua nach El Salvador zum Beispiel kann man nicht einfach online buchen – die Website gibt es zwar, aber sie ist seit Jahren “en construcción”, eine Baustelle. Man muss mit dem Taxi zu einem Büro fahren und dort vorsprechen. Und wenn man den Weg durch die ganze Stadt gemacht hat, stellt man fest, dass dieses Büro um 16.32 Uhr schon geschlossen ist. Wir trafen deshalb heute eine Entscheidung, die unsere ganze weitere Reise beeinflussen wird. Und das kam so. Weiter

Iglesia de la Recollectión in Léon in Nicaragua

León, Nicaragua

Piñata-Bashing

Nicaraguaner sind friedliche Menschen. Aber am Kindergeburtstag kann es heftig werden. Dann dreschen die Kleinen hemmungslos auf eine Piñata ein – das ist eine Puppe aus Pappmaschee. Die Kinder schlagen so lange, bis die Puppe zerplatzt und Süßigkeiten herausfallen. Solche Piñatas sind beliebt, wir haben sie oft gesehen. Zu Silvester werden Puppen, die alte Leute darstellen, auf der Straße angezündet. Diese Piñatas, die wie auf einem Scheiterhaufen verbrannt werden, sind nicht mit Süßigkeiten gefüllt, sondern mit Feuerwerk.

Nicaragua Cerro Negro 8
Nicaragua Cerro Negro 4
Nicaragua Cerro Negro 7
Nicaragua Cerro Negro 5
Nicaragua Cerro Negro 1
Nicaragua Cerro Negro 6
Nicaragua Cerro Negro 3

Am Cerro Negro, Nicaragua

Das Setting unserer Weihnachtsfeier in León, Nicaragua alternate

¡Feliz Navidad!

Haltet Schlammloch sauber!

West End auf Roatán ist ein Taucherparadies, aber wenn man nicht tauchen kann, geht einem der Ort schnell auf die Nerven. Am fünften Tag unter Wasser merkte ich, dass etwas mit meinen Ohren nicht stimmte. Ich konnte den Druck nicht mehr ausgleichen. Der Taucharzt der Insel residierte nur einen kurzen Taxitrip entfernt. Er sah in meine Ohren – und sah nichts Gutes. Sie waren entzündet. Ich sollte eine Woche lang nicht tauchen. Mindestens. Das war’s dann erst mal mit den Unterwasser-Abenteuern.

Mein Rückflug nach Managua war auf den 17. Dezember datiert und ließ sich nicht mehr umbuchen. Also besuchte ich in den folgenden Tagen sämtliche Cafés in West End und wanderte an einem ziemlich zugemüllten Strand entlang nach West Bay, wo Kreuzfahrt-Touristen in Scharen einfielen, wenn ihr Luxusliner auf der Insel festgemacht hatte. Nach drei Tagen in Strandbars und Straßencafés hatte ich die Nase voll von dem Trubel. Ich sehnte mich nach einem Ort auf dieser Insel, der noch nicht touristisch erschlossen war. Meine Augen wanderten über die Landkarte und fanden – Mud Hole. Wer kommt auf die Idee, einen Ort Schlammloch zu nennen?  Weiter

50 Dollar für eine Licence to Kill

Wie der Lionfish nach Honduras kam, weiß keiner. Aber alle sind sich einig: Der Lionfish soll weg. Sogar eine Naturschutzorganisation ruft dazu auf, ihn auszurotten.

El Pez León lebt eigentlich im Indo-Pazifik, tausende Kilometer entfernt. Aber seit ein paar Jahren breitet er sich ziemlich schnell in der Karibik aus. Das könnte 1992 begonnen haben, so wird spekuliert, als ein Hurricane Florida traf und Exemplare des Lionfish aus einem Aquarium ins Meer gelangten. Seitdem frisst das Viech alles weg, was ihm vors Maul schwimmt. Die Leute vom Roatán Marine Park sehen in ihm eine Bedrohung für das ganze Ökosystem und ließen sich lauter Dinge einfallen, um dem Lionfish den Garaus zu machen. Die schlaueste Idee war es, Touristen dafür einzuspannen.  Weiter

Where the Streets Have No Name

Am Morgen zahlte ich zwölf Dollar und schulterte meinen Rucksack. Ich ließ mir den Weg zu einem Café beschreiben, in dem ich frühstücken wollte, und weil die Straßen hier keine Namen trugen, sagte meine Wirtin, ich solle zwei Blocks geradeaus laufen und dann einen Block nach links. Es sei nicht weit.

Hinter mir fiel das Metalltor zu. Ich machte ein paar Schritte und überlegte, wie zuverlässig die Wegbeschreibung wohl sein mochte. Die Häuser in diesem Stadtviertel waren ziemlich heruntergekommen. Im Rinnstein sammelte sich der Müll. Mit meiner hellen Haut und dem schweren Gepäck fühlte ich mich wie ein Fremdkörper in dieser Stadt, und ich war ja auch einer. Jeder konnte es sehen.  Weiter

Nachts in Managua

Über Managua hört man viel. Und selten Gutes. Selbst Nicaraguaner beschweren sich über ihre Hauptstadt. Viel zu gefährlich! Und ich erreiche Managua ausgerechnet am späten Abend. Als mein Flieger landet, ist es stockdunkel. Weiter