Unsere Tipps für Eure Reise

Ihr wollt nach Mittelamerika? Eine gute Entscheidung! Die üblichen Tipps habt Ihr bestimmt schon im Reiseführer gelesen. Wir setzen noch ein paar oben drauf. Mit Empfehlungen für Hotels und Hostels.

Nehmt auf alle Fälle ein Smartphone oder ein Tablet mit, um unterwegs auf Trip Advisor Hotels und Restaurants checken oder ein Zimmer reservieren zu können. WLAN gibt es in vielen Hotels und oft auch an öffentlichen Orten, zum Beispiel im Parque Central in Antigua. Internet-Cafés findet man hingegen selten, vor allem nicht in kleinen Orten, und in Städten sind sie auch nicht wirklich praktisch. Etwas ältere Smartphones oder Tablets sind besser als fancy iPhones. Meine Kamera und der Laptop waren über eine Fotogeräteversicherung mit 250 Euro Selbstbehalt versichert bei der Foto-Assekuranz.

Gute Landkarten sind in Zentralamerika schwer zu bekommen oder wegen des Maßstabs ungeeignet. Ein kleines GPS-Gerät hat uns geholfen, uns zu orientieren. Karten von Open Street Map für Euer Garmin-GPS könnt Ihr kostenlos herunterladen, zum Beispiel hier. Diese Karten wurden von Nutzern erstellt, sind dementsprechend unvollständig und manchmal falsch, aber auf alle Fälle brauchbar auf Landstraßen und in Städten. In Managua wollte mir ein Taxifahrer weismachen, das Ziel sei 15 Kilometer entfernt, die Fahrt koste deshalb zehn Dollar. Ich zog mein GPS aus der Tasche und wusste, dass es nur sechs Kilometer waren. Wir fuhren schließlich für fünf Dollar.

Unser Moskitonetz haben wir in manchen moskitoverseuchten Hotels eingesetzt. Am besten vorher zusätzlich mit Spray behandeln, damit die Viecher sich nicht draufsetzen und durchstechen.

Auch ein leichter, dünner Schlafsack war uns von Nutzen. In den Bergen, weil es nachts sehr kühl wurde, und auf meiner Wanderung zum Vulkan Santiaguito als Inlet in einem dickeren, aber irgendwie keimigen Leihschlafsack.

Meine Rucksack-Regenhülle kam nur sehr selten zum Einsatz, aber dann war sie wirklich notwendig – bei Wolkenbrüchen der übelsten Sorte. Yun hat ihre Hülle immer benutzt, um den Rucksack vor Dreck zu schützen. Die Hülle hat jetzt Löcher, aber ihr Rucksack sieht noch fast wie neu aus.

Mit Bus und Taxi lässt sich in Mittelamerika sehr gut reisen. Alle Städte sind durch regelmäßigen Busverkehr mit allen Nachbarstädten verbunden. Die wenigen Lücken in diesem System schließen Taxis oder Tuk-Tuks. Taxis, die mehrere Fahrgäste zugleich mitnehmen (collectivos) haben in Nicaragua (außerhalb von Managua) einen lokalen Einheitspreis, der immer pro Person gilt. In León waren das zum Beispiel 20 Córdobas. Erkundigt Euch bei Einheimischen, was eine Fahrt kostet. Dann vereinbart mit dem Taxifahrer vor der Fahrt, dass Ihr diesen Preis zahlt. Immer Kleingeld bereit halten und große Scheine vorher wechseln. Das Geld passend zu haben, verhindert gelegentliche Dreistigkeiten. Im Bus von Granada nach Managua behauptete der Schaffner plötzlich, wir müssten auch für unsere Rucksäcke zahlen. Das ist uns in ganz Zentralamerika nicht passiert. Und auch nicht, als wir ein paar Wochen zuvor mit derselben Busgesellschaft auf derselben Linie schon einmal gefahren sind. Unser Fahrpreis lag bei 48 Córdobas, ich hatte dem Schaffner aber schon drei 20er-Scheine gegeben. Trotz meines Protestes behielt er die übrigen 12 Córdobas einfach ein.

Jeden Tag essen zu gehen, ging uns schon bald auf die Nerven. Nicht nur wegen der Preise, sondern auch, weil wir jedes Mal warten mussten – auf den Kellner, die Küche, die Rechnung. Wir haben deshalb immer öfter Hotels gesucht, die über eine gute Kochgelegenheit verfügen (vorher anschauen, ein Blick in den Kühlschrank sagt alles). Diese Gästeküchen sind oft spartanisch ausgestattet. Nehmt deshalb ein paar Utensilien mit, die Euch das Kochen vereinfachen: ein scharfes Messer, eine dichte Flasche für Öl, Gewürze, ein kleines Handtuch, eine Tupper-Dose und verschließbare Plastiktüten zum Transport von Resten oder von Snacks für unterwegs. Ab und zu haben wir Micropur-Tabletten zum Desinfizieren von Trinkwasser eingesetzt.

Als Reiseführer haben wir den Lonely Planet “Central America on a Shoestring” vom Oktober 2010 verwendet, ohne die Alternativen geprüft zu haben. Das war ein Fehler. Viele Angaben waren nach zwei Jahren schon veraltet, manche waren nie korrekt. Das fiel uns besonders im Kapitel über El Salvador auf. Die vom Lonely Planet als “bright and loungy” angepriesene Casa Huéspedes de Australia in San Salvador bleibt uns als dunkle, keimige Absteige in Erinnerung. Und sie lag auch nie, wie im Lonely Planet angegeben, am Boulevard Venezuela, was uns eine nächtliche Irrfahrt mit dem Taxi bescherte. Im Típicos Margoth war das Essen zwar ganz gut, aber es wurde nicht, wie im LP versprochen, “in brightly lit cafe-style booths” serviert. Tatsächlich handelte es sich um ein lokales Schnellrestaurant im Souterrain. Wir können den Lonely Planet nicht empfehlen; es sollte mittlerweile etwas Besseres auf dem Markt sein.

Nun zu den Kosten unserer Reise. Wir haben immer auf’s Geld geachtet, ohne übertrieben zu sparen. Man kann sicherlich für noch weniger Geld reisen, aber irgendwann wird’s dann auch lächerlich, wenn Touristen aus Deutschland mit der Marktfrau in Guatemala um einen Quetzal feilschen. Leben und leben lassen! So haben wir im Durchschnitt pro Tag und Person folgende Beträge ausgegeben:  Guatemala 14 Euro, El Salvador 20 Euro, Nicaragua 21 Euro, Mexico 26 Euro, Panama 31 Euro und Costa Rica 37 Euro. Alle Zahlen ohne Flüge und ohne Kosten für Guides.

Und schließlich ein paar Empfehlungen von Hotels und Hostels, die uns gefallen haben. Auch diese Hotels sind nicht perfekt und sehr selten auf europäischem Standard, aber im Vergleich zum übrigen Angebot am Ort fanden wir sie günstig. Reservierungen sind in der Regel nicht erforderlich. Wir sind spontan gereist und geblieben, wo es uns gefällt. Das ist in Zentralamerika sehr gut möglich. Sehr beliebte Hotels müsst Ihr allerdings ein paar Tage im voraus reservieren.

Nicaragua

Granada: Ein bisschen außerhalb gelegen, aber mit sehr schönem Garten und Gästeküche (1 Dollar extra pro Person) ist Casa Barcelona. Auf der Terrasse lässt sich sehr entspannt arbeiten (WLAN, Strom) oder relaxen. Mit 35 Euro pro Nacht (ohne Frühstück) aber leicht überteuert. Im Hostel El Momento hätten wir gern gewohnt. Es liegt sehr zentral, ist günstig und machte einen hervorragenden Eindruck, als wir dort waren. Leider war hier ohne Reservierung (mit Vorkasse) nichts zu machen.

Estelí: Hier gibt es seit Kurzem das beste Bed and Breakfast, das wir auf unserer Reise entdecken konnten. Es wird von Esther betrieben, einer quirligen Holländerin, die auch gut Deutsch spricht. Die Villa Riviera liegt leider ein bisschen außerhalb des Zentrums, aber Taxifahrten sind sehr günstig. Das B&B hat derzeit zwei Zimmer (20 und 25 Dollar) auf europäischem Standard, exzellentes WLAN und einen kostenlos ausleihbaren Laptop. Unbedingt reservieren, die Zimmer sind schnell weg!

Moyogalpa (Insel Ometepe): The Cornerhouse ist ein ganz neues B&B. Die Doppelzimmer sind sehr schön eingerichtet, die Besitzer freundlich und hilfsbereit. Nachteile: Die Zimmer sind recht klein (kein Stauraum), laut (morgens ab 5.30 Uhr erwacht die Hauptstraße aus dem Tiefschlaf) und mit 35 Dollar etwas zu teuer für die Leistung (nur kalte Dusche, kein Zimmerservice, schlechtes WLAN). Dafür ist das Frühstück (inklusiv) mit Abstand das beste, das wir auf der ganzen Reise bekommen haben.

Guatemala

Antigua: Posada juma ocac ist ein kleines, bemerkenswert gut geführtes Hotel mit freundlicher Besitzerin. Es liegt zwischen Stadtzentrum und Busterminal, hat einen winzigen Innenhof und eine Dachterrasse.

San Pedro La Laguna: Am besten gewohnt haben wir im Hotel Mikaso. Es liegt direkt am See, hat eine Küche, eine Dachterrasse und ein Jacuzzi. Zwei Zimmer sind deutlich günstiger als die übrigen, weil sie kleiner sind und ein Etagenbett haben. Für einen Aufenthalt von einer Woche haben wir den Preis pro Nacht von 145 auf 120 Q heruntergehandelt. Die einzige wirklich heiße Dusche befindet sich auf der Dachterrasse nahe dem Jacuzzi.

Quetzaltenango (Xela): Etwas teuer, aber angesichts der bescheidenen Auswahl an guten Hotels in Xela akzeptabel ist Casa Dona Mercedes. Die unteren Zimmer sind günstiger, muffeln aber ein wenig, da sie keine richtigen Fenster haben. Die oberen Zimmer sind heller, mit eigenem Bad und Teppichboden, aber auch etwas lauter (Straße). Das Hostel hat eine kleine Gästeküche mit ausreichender Ausstattung.

El Salvador

Juayua: Das Hostal Casa Mazeta wird mittlerweile von einem Engländer betrieben. Es hat eine hervorragende Küche, einen gemütlichen Essbereich und einen schönen Garten. Das beste von allen Zimmern liegt im Garten, ein bisschen abgetrennt vom Dorm und den beiden anderen Zimmern.

Mexico

San Cristobal: Hotel San Martín ist nichts Besonders, aber sehr zentral gelegen und sauber. Es gibt Wifi in den Zimmern und wirklich heißes Wasser. Die oberen Zimmer sind heller. Für die Folgenacht haben wir 300 statt 350 Pesos bezahlt.

Tulum: Das Hotel Nadet Suites vermietet Mini-Apartments mit eigener Küche. Deren Ausstattung ist zwar spärlich, aber man kann dort durchaus kochen. Auf Nachfrage rückt die Besitzerin mehr Küchengegenstände raus. Für drei Nächte haben wir den Preis auf 500 Pesos pro Nacht gedrückt – das war dann akzeptabel.

Panama

Bocas del Toro: Der Ort und die Insel gefielen uns nicht (zu dreckig, zu teuer, zu touristisch), aber falls es Euch dorthin verschlagen sollte, hält man es im Hostal Hansi noch am besten aus. Es wird von einer Deutschen (Heike) geführt und ist sauber. Die Zimmer haben Wifi und einen kleinen Balkon, im Erdgeschoss gibt es eine Gästeküche. Es gilt: First come, first served. Reservierungen sind nur vor Ort mit Anzahlung möglich. Das Hostel kann schnell voll sein.

Wenn Ihr weitere Fragen habt, nur zu!

1 Comment

  1. Vera

    Hey :) ich habe eine Frage, ich werde im September mit meiner kl Schwester und einer Freundin nach Mittelamerika reisen, letztes Jahr waren wir in Südostasien und wir haben immer in Hotels geschlafen weil die pro Zimmer und Nacht zu zahlen waren, unabhaengig von den Personen. ist das in am auch so?od zahlt man da überall pro Person und Nacht? und kann man gut mit bankomatkarte zählen od. sind Kreditkarten ein muss?
    lg und vielen dank